Erlebnisbericht Franzi

„Fallschirmspringen?? – Na klar, auf der Achterbahn wird mir ja auch nicht schlecht.“

Wenn man schon das Angebot bekommt sich aus 13.100 Fuss aus einem Flugzeug zu stürzen, kann man doch gar nicht „nein“ sagen.
An einem schönen Freitag mitten im September machten wir uns auf den Weg in das nicht allzu ferne Belgien. Spa ist auch für die Formel 1- Fans ein Begriff und tatsächlich habe ich auch die Rennstrecke von oben bewundern können.

Ich bin ganz aufgeregt
Ankunft in Spa
Endlich am Sprungplatz angekommen, heißt es erstmal sich mit Allem ein bisschen vertraut zu machen. Die Halle war größer als erwartet. Eine riesige Matte in der Mitte ließ mich anfangs in dem Glauben, ich wäre heimlich zu einem Turnwettbewerb geschleppt worden.

Als ich dann die Übungsvorrichtungen für Ausbildungen erspähte, konnte ich beruhigt der Anmeldung entgegen treten. Dort wurde der übliche Schreibkram erledigt und ich bekam auch endlich mal wieder die Möglichkeit mich zu wiegen . . . 60,3 kg, gut geschätzt.

Aber wer ist denn jetzt mein Tandemmaster? Was erklärt er mir alles? Mag ich ihn überhaupt?

Vor lauter Konzentration ist die Aufregung weg.
Was erklärt die denn da nur . . . ?
Bevor ich ihn kennen lerne kommt erstmal die Einweisung. Ein nette Frau erklärt, was alles auf mich zukommt. An einem durch überdimensionale Holzkisten nachgebildeten Ausstieg des Fliegers erklärt sie, wie der Ausstieg aus dem Flugzeug funktioniert. Ob ich mir das Alles merken kann?! Naja, runter kommt man immer . . .

Jetzt werde ich auch mein Tandemmaster, Vasili heißt er, vorgestellt. Er hilft mir das Gurtzeug anzulegen. Ich glaube schon fast, dass es einfacher ist ein Auto komplett auseinander zu schrauben und wieder zusammen zu setzen als dieses „Ding“ anzulegen. Hätte er mir nicht geholfen, hätte ich mich vermutlich selbst stranguliert.

Aufregung kurz vor Maximum.
Wer braucht schon ein Cocktail Kleid?
Doch alles hat geklappt, so kann es jetzt los gehen. Ab in Richtung Flugzeug. Wir sind die ersten die zum Flugzeug gehen. Doch als ich die „Menschenmenge“ vor dem Flieger sehe (von der Kleidung zu schließen, wollten die auch alle noch mit rein), begann mein Hirn eine neue Chaos Theorie aufzustellen. Diese Theorie schien aufzugehen, pünktlich zum Start hatte jeder seinen, bzw. irgend einen Platz gefunden. Bevor man friert kuschelt man sich lieber warm  . . .

4000 Meter bis zum Ziel, da bleibt ne ganze Menge Zeit zu überlegen. „Was machst du da eigentlich? Das ist aber ganz schön hoch. Guck mal, da ist die Rennstrecke. Was haben die Leute am Boden noch mal erklärt? Sind wir nicht bald da? Achte auf das Flugzeug beim Sprung.“

Abrupt werden meine Gedanken unterbrochen, als einer der Springer die Tür öffnet. „Mensch, das zieht aber . . .“ Zuerst alle anderen, dann wir. Der letzte macht die Tür zu, oder wie war das??

Schwupp, da waren wir schon weg, wo war denn jetzt das Flugzeug hin? Sollte ich nicht darauf achten? Egal, das ist schon irgendwo. Gott sei dank hört in dieser Höhe niemand meine Selbstgespräche, also brabbele ich fröhlich vor mich hin, was mein Hirn so absondert.

„Willst du nicht bald an der Leine ziehen? Sind die 50 Sekunden nicht schon längst vorbei? Obwohl, es ist so toll, zieh besser noch nicht, ich möchte noch ein bisschen länger so fliegen. So ohne Alles, einfach den Wind in meinem Gesicht spüren, einfach dieses Gefühl in meinem Bauch genießen, einfach FLIEGEN.“

Paddel hier, paddel da, schon waren wir ein Stückchen näher am Boden, eigentlich viel zu früh um schon zu ziehen. Aber das muß wohl sein, sonst sagt irgendwann der kleine Helfer „wenn du nicht ziehst, zieh ich“ .

Aufregung hat sich in Genuss gewandelt
Ich kann fl i i i i egen
Aber so eine Schirmfahrt ist ja auch was feines, ganz ruhig dahin schweben. Wenn man lustig ist, dann zieht man an der Strippe ein bisschen hier und ein bisschen da und schon geht´s im Kreis.

Dann war das ganze Vergnügen auch schon fast vorbei. „Beine hoch“ riet mir Vasili. Gar nicht so einfach mit dem ganzen Klimbim  da unten, aber man hat ja etwas Zeit um´s ein paar Mal zu probieren, bis die Beine dann endlich da sind wo sie hin sollen.

Schon war der Boden näher als gedacht, zu blöd auch, dass man so was nicht abschätzen kann. Landung 1A, mein Sportlehrer hätte mir Zeit meines Lebens eine 1 in Sport verpasst, leider war er nicht dabei . . .

Schon kam jemand gelaufen der unseren Fallschirm packte, damit uns der Wind nicht in die Büsche verschlägt.

Alles super gelaufen, aber „ . . . können wir nicht direkt noch einmal??“

Mein erster Fallschirmsprung war garantiert nicht mein Letzter!

 

Aufre . . . . was??
Am besten direkt wieder in den Flieger.

Franziska Radünz 

 
 

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