unser erfolgreichstes Damenteam

Bei der Weltmeisterschaft 2006 belegte das Damen-4-er Team 'Remscheid' einen hervorragenden 5. Platz. Wir sprachen mit Katrin Schreyer, die uns Einblicke in ihren Springeralltag gewährte.

Foto: avios
Katrin Schreyer beim Frauenrekord 2005

Wie bist du zum zum Fallschirmspringen gekommen?

Mit 14 habe ich mit meinem großen Bruder den Film ‚Gefährliche Brandung’ gesehen. Wir waren so begeistert von den Fallschirmsprungszenen und dem Eindruck der Freiheit, dass wir uns wünschten selber zu springen. Meine Mutter schenkte uns einen Tandemsprung. Ich war begeistert und wusste sofort, dass ich selbst springen will. Ein Jahr später sprang sie sogar selbst und sie wusste wohl kaum was sie tat, als sie mir danach die Anmeldung zur Sprungausbildung unterschrieb. Ich war damals sechzehn. Ich habe den ganzen Sommer gejobbt und dann im Herbst mit dem Springen angefangen. Ein paar Jahre später bin ich in ein Förderungsprogramm des Verbandes aufgenommen worden.

Wie bist du in das Frauenteam gekommen?

Im Fallschirmsport mischen sich die meisten unprofessionellen Teams von Saison zu Saison neu. 2002 hatte Tina mich und meine Teamkollegin Suse gefragt, ob wir nicht in ihrem Team mitspringen wollten. Ich hatte damals gerade beschlossen doch noch zu studieren und wusste das Geld für Trainingskosten aufzutreiben würde schwierig werden. Klaus Matthis von FSC Remscheid ermöglichte uns dann aber ein Trainingscamp in Deland, was natürlich ein Riesengeschenk an so ein Team ist, das sich gerade neu gründet. Ich habe mich riesig gefreut! Das Remscheid Damen Team existierte also in neuer Besetzung weiter und ich war mit dabei!

Wie sieht ein Trainingstag aus?

Um 7.30 Uhr treffen wir uns zum Stretching am Sprungplatz, danach geht es zum Briefing. Wir besprechen mit dem Coach den Trainingsplan und bereiten die zehn bis zwölf Sprünge vor, die wir an einem Sprungtag machen. Das geschieht, in dem man am Boden die Formationen simuliert und Schwierigkeiten des Sprunges bespricht. Gegen 9 Uhr steigen wir ins Flugzeug ein. Wir machen dann immer zwei Sprünge direkt hintereinander, sogenannte Doppelschläge. Die Fallschirmpacker packen während wir ein Videodebriefing mit dem Coach machen. Zwischen vierzehn und fünfzehn Uhr sind wir mit den Sprüngen fertig. Nach einer Pause machen wir noch ein bisschen Sport oder erholen uns von dem anstrengenden Tag. Wenn ein Tunnel, ein Freifallsimulator in der Nähe ist, trainieren wir dort noch.

Foto: B. Nebe
Freifall

Was ist die zu bewältigende Herausforderung?

Wenn ein Trainingscamp zehn Tage dauert, ist es wichtig sich selbst und die anderen gut motivieren zu können. Man setzt sich extremen Bedingungen aus. Manchmal hat einer einen schlechten Tag oder man selbst ist erschöpft. Dann muss man Disziplin entwickeln, um konzentriert und mit Spaß bei der Sache zu bleiben. Sobald der Teamgeist verloren geht, fällt die Leistung ab. Das ist wie beim tanzen, wenn einer nicht will, geht gar nichts. Bei unserer Disziplin "tanzt" man zu viert und dann gibt es auch noch den fünften Tänzer, der Videomann, der alles filmt. Keiner darf ausfallen, wir müssen alle zusammen arbeiten und uns gegenseitig unterstützen um Leistung zu bringen.

Wie war der Wettkampf (Deutsche Meisterschaft 2005)?

Spannend! Wir hatten eigentlich vor, nach dem Wettkampf aufzuhören, aber der lief so gut, dass wir weiter machen „mussten“. Bei der Vorbereitung hatten wir viel Pech mit dem Wetter und somit wenig Trainingssprünge. Das gab uns eine gewisse Gelassenheit und wir waren guter Dinge. Auch während des Wettkampfes war das Wetter sehr schlecht. Wir sind manchmal erst abends in die Luft gekommen. Das zehrt natürlich an den Kräften und Konzentration, wenn man über den ganzen Tag auf stand-by ist. Bei unseren Konkurentinnen lief es nicht so gut und so siegten wir.

Was waren deine besondere Erlebnisse?

Ich bin immer im Team gesprungen, weil ich die gemeinsame Freude am springen so schätze, dass ich einen Titel hole war nicht wirklich mein fokussiertes Ziel. Im Team wird gut gesprungen, wenn man sich einig ist und Spaß hat bei dem was man  tut. Bei der Deutschen Meisterschaft waren wir gut drauf und haben unsere vermeintlich letzten Sprünge miteinander genossen. Das war super! Als wir dann bei der Siegerehrung auf der Bühne standen und alle sich so sehr mitfreuten, war das riesig! Wir waren echt berührt von der ganzen Unterstützung und dem Mitfiebern von allen Freunden und Springern.

Team:

  • Katrin Schreyer : im Sport seit  1996, mehr als 1800 Sprünge
  • Susanne Fleig:  im Sport seid 1997, mehr als 1000 Sprünge
  • Birgit Powell: im Sport seid,  mehr als 1700 Sprünge
  • Kristina Monsees: im Sport seid 1989, mehr als 1900 Sprünge
  • Wolfgang Hagedorn (Video):  im Sport seid  1977, mehr als 3300 Sprünge

Erfolge:

  •  3. Platz bei der Nordeutschen Meisterschaft im Mai 2003
  • Deutscher Vizemeisterinnen 2003
  • Bestes deutsches Frauenteam beim DFV-Cup 2004
  • Deutsche Meisterinnen Formationsspringen 4er Damen 2005
  • 5. Platz WM 2006 in Gera

Foto: W. Hagedorn
nach einem erfolgreichen Sprung



























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